Herr Ausdemov ist mein inneres Gegenüber, mein männliches Alter Ego. Er ist ein wichtiges Mitglied meines Inneren Teams seit Jahrzehnten. Wir sind uns also einigermaßen bekannt. Er ist mein imaginärer Gesprächspartner, mein Liebling, mein Hassobjekt, mein Punchingball, mein Mülleimer, mein härtester Gegner, mein Kuschelmuschel. Unsere Dialoge sind imaginär, haben jedoch meistens einen realen Aufhänger im Außen. Herr Ausdemov zieht übrigens das v dem doppelten f vor, weil es so etwas adliger klänge. Das sagt eine Menge über seine Weltsicht und seine Haltung zum Leben und zu mir aus.

Die Gespräche mit den anderen Wesen sind zum Teil Zusammenfassungen aus realen Gesprächen in den sozialen Netzwerken und zum anderen Teil direkt von dort hier hinein kopiert.

Warum das alles? Weil es mir Spaß macht und weil es dir, der Leserin/dem Leser, vielleicht Freude und Anregung sein könnte.

Magen

"Ich hab Magen/Darm."

"Yupp, die beiden hat jeder Mensch, Frau Müller."

"Ne, ich mein den Infekt!"

"Und was wollen Sie mir  damit sagen, Frau Müller?"

"Sonderzulage in Streicheleinheiten?!"

"Na, deswegen müssen Sie sich aber keinen nervenden Infekt zulegen, Frau Müller. Einfach nur sagen/fragen/nehmen hätte auch genügt, Sie Dummerchen." 

"Ich könnt natürlich auch jemanden hauen. Da Magen ja eindeutig psychosomatisch ist, verweist vielleicht dieser Schmerz auf einen Mangel an irgendwas. Oder auf einen Überschuss verdrängter Gefühle, die endlich ein Ventil brauchen?"

 "Sie könnten sich natürlich auch einfach eingestehen, dass Sie sich schlichtweg seit Monaten überfordern, Frau Müller, und dass Ihr Körper einfach mal die Notbremse zieht, da Sie ja seinen vernünftigen Argumenten nicht zugänglich waren.“

"Boah, kommen Sie mir jetzt nur nicht so!"