Herr Ausdemov ist mein inneres Gegenüber, mein männliches Alter Ego. Er ist ein wichtiges Mitglied meines Inneren Teams seit Jahrzehnten. Wir sind uns also einigermaßen bekannt. Er ist mein imaginärer Gesprächspartner, mein Liebling, mein Hassobjekt, mein Punchingball, mein Mülleimer, mein härtester Gegner, mein Kuschelmuschel. Unsere Dialoge sind imaginär, haben jedoch meistens einen realen Aufhänger im Außen. Herr Ausdemov zieht übrigens das v dem doppelten f vor, weil es so etwas adliger klänge. Das sagt eine Menge über seine Weltsicht und seine Haltung zum Leben und zu mir aus.

Die Gespräche mit den anderen Wesen sind zum Teil Zusammenfassungen aus realen Gesprächen in den sozialen Netzwerken und zum anderen Teil direkt von dort hier hinein kopiert.

Warum das alles? Weil es mir Spaß macht und weil es dir, der Leserin/dem Leser, vielleicht Freude und Anregung sein könnte.

Kaffeesatz

„Frau Müller, was machen Sie da?“

„Ich lese meine Zukunft aus dem Kaffeesatz.“

„Das ist Unsinn.“

„Ich weiß, die wirkungsvollste Möglichkeit die Zukunft vorherzusagen, ist sie selbst zu gestalten. Unabhängig davon ist Ihre Frage noch unsinniger, denn Sie sehen ja, dass ich gerade frühstücke. Also könnten Sie auch gleich sagen, dass Sie was von mir wollen, anstatt so eine dusselige Smaltalkeinleitungsfrage für Anfänger zu stellen. Also, was wollen Sie?“

„Könnten wir, wenn Sie fertig sind mit Ihrem Kaffee, kurz über die anstehende Renovierung meines Kleiderschrankes reden?“

„Na also, geht doch! Und wie Sie sicher bemerkt haben, kann ich auch gut quatschen, obwohl ich ab und an dabei an der Tasse nippe.“

„Also gut, ich finde es ungeheuerlich, anmaßend und grenzüberschreitend, dass Sie die Renovierung ganz und gar ohne Einbezug meiner Person angesetzt haben! Ich bin empört! Immerhin ist das auch mein Zuhause!“

„Hallo! Ich frühstücke noch. Können wir das bitte nachher diskutieren?!“