Herr Ausdemov ist mein inneres Gegenüber, mein männliches Alter Ego. Er ist ein wichtiges Mitglied meines Inneren Teams seit Jahrzehnten. Wir sind uns also einigermaßen bekannt. Er ist mein imaginärer Gesprächspartner, mein Liebling, mein Hassobjekt, mein Punchingball, mein Mülleimer, mein härtester Gegner, mein Kuschelmuschel. Unsere Dialoge sind imaginär, haben jedoch meistens einen realen Aufhänger im Außen. Herr Ausdemov zieht übrigens das v dem doppelten f vor, weil es so etwas adliger klänge. Das sagt eine Menge über seine Weltsicht und seine Haltung zum Leben und zu mir aus.

Die Gespräche mit den anderen Wesen sind zum Teil Zusammenfassungen aus realen Gesprächen in den sozialen Netzwerken und zum anderen Teil direkt von dort hier hinein kopiert.

Warum das alles? Weil es mir Spaß macht und weil es dir, der Leserin/dem Leser, vielleicht Freude und Anregung sein könnte.

Gleichberechtigung

„Ich will nicht aufgrund meines Geschlechtes sozial, wirtschaftlich und überhaupt diskriminiert werden. Aber ich will auch nicht die gleiche Scheiße wie Männer machen müssen, nur um als gleichberechtigt anerkannt zu werden.“

„Wie kommen Sie denn jetzt darauf, Frau Müller?“

„Weil ich gerade wieder eine Diskussion darüber gehabt habe, wie wichtig es sei, dass mehr Frauen Führungspositionen in der Wirtschaft übernehmen sollen.“

„Das ist doch gut, oder?“

„Erstens betrifft das nur einen kleinen Prozentsatz von Frauen, denn die meisten Frauen wären schon happy, wenn sie endlich den gleichen Lohn für ihre Arbeit bekämen bzw. wenn die von ihnen geleistete gesellschaftlich notwendige Arbeit (Kinderbegleitung, Familienmanagement, Pflege von Angehörigen, etc.)  entsprechend gewürdigt und entlohnt würde. Und zweitens, warum sollte es mein Lebensziel sein in einem Konzern, der mit Lug und Trug, Ausbeutung und knallharter Kosten-Nutzenrechnung über Menschenleben hinwegtrampelt, mit dem einzigen Ziel der kontinuierlichen Gewinnmaximierung, eine Führungsposition zu übernehmen?  Gleichberechtigt bedeutet doch nicht, die gleichen Fehler und den gleichen unmenschlichen Mist, wie Männer machen zu können.“

„Aber, es bedeutet, dass man wählen könnte. Sich bewusst dafür entscheiden zu können, bestimmte Dinge nicht zu tun, weil man sie nicht tun will und nicht, sie nicht zu tun, weil man sie nicht tun darf. Das macht einen Unterschied, oder?“

„Darüber muss ich jetzt nachdenken.“